Podium für junge Solisten - Freundeskreis für die Förderung junger Musiker e.V.

Liv Migdal, Violine, Jongdo An, Klavier

LIV MIGDAL, VIOLINE, JONGDO AN, KLAVIER

W.A. Mozart, L. van Beethoven, C. Debussy, R. Strauss

Barocksaal Tegernsee

07.02.2015, 19.30 Uhr

Vorbericht

Seit 30 Jahren besteht der "Freundeskreis für die Förderung junger Musiker"e.V. Zum Auftakt dieser Konzertsaison seines „Podium für junge Solisten“ am Samstag den 7.2.2015 um 19.30 Uhr, spielen im Barocksaal des Tegernseer Schlosses zwei aufstrebende junge Musiker, die Geigerin Liv Migdal und der Pianist Jongdo An. Bereits als Dreijährige entdeckte sie ihre Liebe zur Violine. Liv Migdal gilt inzwischen als eine der herausragenden Geigerinnen der jungen Generation. Ihr ausdrucksstarkes und kantables Spiel berührt und begeistert Publikum und Presse gleichermaßen. Auftritte als Solistin hatte sie mit namhaften Dirigenten und Orchestern in Konzerthäusern von Weltrang in ganz Europa, Israel und Asien, so z.B. Laeiszhalle/ Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal des Mozarteums Salzburg, Münchner Herkulessaal oder Konzerthaus Berlin. Zu ihren Engagements für 2015/2016 gehören neben Rundfunk- und Fernsehaufnahmen Konzertreisen und Festivalauftritte in Deutschland, Österreich, Frankreich, Finnland, Schweden, Korea und Israel. Der 1986 in Korea geborene Pianist Jongdo An kann bereits auf eine lange Reihe von Erfolgen zurückblicken. Seinen ersten Klavierunterricht erhielt er im Alter von sechs Jahren.Er spielte in vielen bedeutenden Konzertsälen und trat mit renommierten Dirigenten und Orchestern auf, darunter das Orchestre Philharmonique de Radio France, das St. Petersburg Symphonie Orchester, die KBS Philharmonie, das Mozarteum Orchester Salzburg, das Kielce Symphonie Orchester usw. Sein größter Erfolg war der Gewinn des internationalen Concours Long-Thibaud-Crespin in Paris im Jahre 2012, an den sich eine Reihe von Auftritten in Europa anschloss. 2013 erhielt Jongdo An den Chopin-Preis beim Deutschen Klavier Wettbewerb Polnischer Musik. Seine zahlreichen Konzerte zeugen von außergewöhnlicher musikalischer Reife. Geschätzt wird der Pianist auch für sein breit gefächertes Repertoire, das bis zu zeitgenössischen Werken reicht. Das Duo wird in Tegernsee Werke von Mozart, Prokofjew, Ben Haim und Beethoven spielen.

Nachbericht

Begeisterter Applaus. Eine mitreißende Zugabe, Montis Czardas, ein klassisches Zugabenstück von betörender, verführender Langsamkeit und feurig-rasanter Hingabe. Stürmischer Applaus. Noch eine Zugabe : Ben Chaims Wiegenlied, warm schwebend und sanft wogend. Brausender Applaus. Wer den Weg durch den eisigen Januar nicht gescheut hatte, wollte sie nicht mehr gehen lassen, die beide Protagonisten dieses Violinabends im Tegernseer Barocksaal. Die Geigerin Liv Migdal und der Pianist Jongdo An, zwei sympathische, feinfühlige und temperamentvolle junge Künstler, eröffneten die Saison 2015 des „Podium für junge Solisten“. Die nun 30ste Saison des „Freundeskreis für die Förderung junger Musiker“e.V., der aus der Freude an der klassischen Musik immer wieder junge Talente entdeckt und sie auf seine Bühne in Tegernsee einlädt. Die zierliche, aparte Violinistin Liv Migdal, 26 Jahre jung, in Deutschland geboren, ab dem Alter von 3 Jahren der Violine verfallen, ist nach ihrem Studium an der Musikhochschule Rostock und der Meisterklasse bei Igor Ozim am Mozarteum Salzburg, inzwischen eine der bedeutendsten jungen Geigerinnen der neuen Generation. Der 29jährige koreanische Pianist Jongdo An, ab sechs am Klavier, Studien in Korea und Master bei Pavel Gililov am Mozarteum, derzeit noch Student bei Prof. Marian Migdal an der Musikhochschule Hamburg, ist in der jungen klassischen Szene verstärkt präsent. Schon mit Mozarts Sonate für Klavier und Violine, G-Dur KV 379 zeigten beide Musiker durchwegs entschlossene Frische und feingliedrige Einfühlsamkeit. Mit Geigenklang von betörender Schönheit und schon fast spiritueller Anschlagskultur am Piano schlugen Liv Migdal und Jongdo Ans die Zuhörer sofort in ihren Bann. Eine direktere, unmittelbare Klangfarbe spielten die beiden Interpreten bei Prokofjews Sonate für Violine und Klavier Nr.2 D-Dur Op. 94A an. Sie holten mit technischer und gefühlsstarker Versiertheit die schräge Erlesenheit und die Wildheit Prokofjewscher Musik durchdringend heraus, besonders herausragend im finalem Satz Allegro con brio, den sie als vor Begeisterung funkelnde, lebensbejahende Musik ( entstanden 1944 mitten im 2.WK! ) ekstatisch und elegant gestalteten. Ein Soloauftritt mit Ben Chaims Sonate für Violine g-Moll verdeutlichte die so facettenreiche Virtuosität Liv Migdals, ihre Inbrunst und ihr Witz. 1951 für den Weltgeiger Yehudi Menhuin komponiert, strömte unter Liv Migdal dieses Werk seine faszinierende gemischte europäisch- orientalische Aura vollendet aus, bewegt und energiegeladen, ruhig und zart, klagend und mahnend wie eine tröstende Mutter, sowie unbändig elanvoll und voller Schwungkraft. Beethovens Sonate für Klavier und Violine Nr.6 A-Dur 30/1erklang ausdrucksstark, mit ungemein gesanglichem Violinspiel, vor allem im Liedhaften Adagio berührend und intensiv, aus dem finalen Variationssatz holten Liv Migdal und Jongdo An die ganze Bandbreite Beethovenscher Virtuosität heraus. Ein magischer Abend von hohem Musikgenuss, Ergriffenheit und Begeisterung! Marcus Vitolo

Ulli und Uwe Kai Stiftung