Podium für junge Solisten - Freundeskreis für die Förderung junger Musiker e.V.

O.BAKJK Preisträger des 63. Intern. Musikwettbewerbs der ARD 2014

MITGLIEDER DES ACELGA QUINTETT (BLäSERQUINTETT)UND GERHARD VIELHABER, KLAVIER

 Blanc, Schumann, Reinecke, Doppler

Barocksaal Tegernsee

31.10.2015, 19.30 Uhr

Vorbericht

Unter dem Titel"Sehnsucht, Liebe, Erinnerung"werden Hanna Mangold, Flöte, Amanda Kleinbart, Horn, Sebastian Poyault, Oboe, alle drei Mitglieder des Acelga Quintetts, mit dem Pianisten Gerhard Vielhaber, das romantischen Zeitalter mit seiner Kammermusik aufklingen lassen. Das Konzert der Reihe „Podium für junge Solisten“ wird Samstag den 31. 10. 2015 um 19.30 Uhr im Barocksaal Tegernsee stattfinden.
Mit brillanter Technik und Präzision, einem Reichtum an Farbfacetten, mit Frische und Leidenschaft kommunizieren die Musiker miteinander“, lobt die Presse die herausragenden Qualitäten der Acelga Musiker. In einzigartiger Weise treffen hier solistische Bravour und kammermusikalisches Einfühlungsvermögen aufeinander: Die Künstler haben Stellen in bedeutenden Konzert-, Rundfunk- oder Opernorchestern und sind auch als Solisten erfolgreich. Im Ensemble aber finden sie ausgesprochen homogenen zusammen, mit subtiler Kultur in Ausdruck und Zusammenspiel, nicht zuletzt durch sichtbare Spielfreude, positive Ausstrahlung sowie überzeugend in Authentizität der Interpretation und des Auftretens.Die mehrfach bei nationalen und internationalen Wettbewerben u.a. Nicolet-Wettbewerb in Peking , Deutschen Musikwettbewerb, mit Preisen ausgezeichnete FlötistinHanna Mangold stammt aus Aachen und studierte Flöte bei Andrea Lieberknecht an den Musikhochschulen in Hannover und München. 2012/13 gehörte sie zur Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler. Heute spielt sie als stellvertretende Soloflötistin in der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Amanda Kleinbart, 2011 Stipendium Deutschen Musikwettbewerbs Solowertung, 2013 Mitglied Lucerne Festival Orchestra unter Claudio Abbado, ab 2014 Mitglied des NDR Sinfonieorchesters Hamburg und Gewinnerin des Münchner Richard-Strauss-Wettbewerbs, ist als Solistin regelmäßig bei den Bamberger Symphonikern, dem WDR Sinfonieorchester und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Sebastian Poyault, seit 2015 stellvertretender Solooboist des Gürzenich-Orchesters Köln gewann mit 22 Jahren das Stipendium des Deutschen Musikwettbewerbs und wurde als Bester seines Fachs in die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler aufgenommen. 2007 als Preisträger des 7. Richard Lauschmann-Wettbewerbs für Oboe in Mannheim ausgezeichnet.Gerhard Vielhaber errang zahlreiche 1. Preise beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ , 1997 beim Internationalen Rundfunk-Wettbewerb „Concertino Praga“ 1. Preis . Weitere Auszeichnungen, so z. B. 2003 der Förderpreis Musik der Gesellschaft zur Förderung westfälischer Kulturarbeit. Als Finalist des Deutschen Musikwettbewerbs 2005 in Berlin in den Solistenkatalog des Deutschen Musikrats aufgenommen. Sowohl solistisch als auch kammermusikalisch (Mariani Klavierquartett, BOVIARTrio) ist Gerhard Vielhaber bei bedeutenden Festivals wie den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Schleswig-Holstein Musik Festival und dem Rheingau Musik Festival zu Gast. Seit 2014 leitet er als Professor am Vorarlberger Landeskonservatorium in Feldkirch/Österreich eine Solo- und Kammermusikklasse.Die vier jungen Musiker werden Werke von Adolphe Blanc   (1828- 1885),  Robert Schumann  (1810- 1856),    Carl Reinecke (1824 -1910 )  und Albert Franz Doppler (1821- 1883) vortragen.

Nachbericht

Der Ausklang der Saison 2015 des „Podium für junge Solisten“ wurde zu einen Kammermusikabend des außergewöhnlich sensiblen, poetischen Wohlklangs. Drei Mitglieder des „Acelga“ Quintetts, Hanna Mangold, Flöte, Amanda Kleinbart, Horn, Sebastian Poyault , Oboe und der Pianist Gerhard Vielhaber brachten mit souveränem Können die Klangbilder der innigen, nachdenklichen, Frohsinn und Melancholie zeichnenden romantischen Musik des „fin de siecle“ dar. Adolphe Blancs Romanze op 43b für Horn und Klavier war da ideales Einstimmungswerk : als gesanglich getragenen Arioso nahmen die Blasinstrumente das melodiöse Thema auf, das Klavier als grundierendes und antreibendes Element ergänzte vortrefflich die inspirierte Expressivität dieses Kleinods. Das Genre der kleinen Werke Schumanns späterer Jahre löste eine ganze Reihe Stücke dieser Art in allerlei Besetzungen bei anderen Komponisten aus. Schumanns Adagio und Allegro Op.70 in As-Dur, als eines der ersten Stücke für modernes F-Horn im Februar 1849 damals gleichzeitig mit dem berühmten Konzertstück für 4 Hörner und Orchester entstanden, spielten Amanda Kleinbart und Gerhard Vielhaber mit gekonntem Gefühlsaufschwung, leuchteten die versonnene Momente golden aus, verströmten wohltuende Ruhe und jagten den Puls mit enthusiastischem Drängen an. Als einziger unter den Komponisten der Romantik, den „großen“die gar keine schrieben und den sogenannten „Kleinmeister“die welche komponierten, schuf Carl Reinecke als wichtigster Vertreter der Leipziger Schule nach Schumann und Mendelssohn eine Flötensonate die sich von derer der Zeitgenossen in melodischem Gespür und harmonischer Eleganz deutlich absetzte. Die „Undine“-Sonate wurde mit Hanna Mangold an der Flöte und Gerhard Vielhaber am Flügel zum Herzstück des Kammermusikabends. In leuchtenden Farben ließen sie mit weicher Tonzeichnung die Nixe Udine, ihren Wunsch nach einer menschlichen Seele und ihr Element, das Wasser, erklingen; begriffen das Programm des Märchens von de la Motte-Fouqués von 1811 treffend als poetischen Gehalt. In zackig punktiertem Rhythmus zeigten sie den Auftritt des Ritter Huldbrand auf, die Begegnung der Liebenden mit geheimnisvoller Ruhe, die innige Zuneigung des Paares mit parallel laufender gesanglicher Zartheit. Trennung und Abschied zeichneten sie nicht harmlos-gefällig sondern mit funkelnder Bravour und gefühlvollstem Ausdruck nach : lockend, schmeichelnd und schimpfend flackerte kurz der Streit auf, mit unendlicher Sehnsucht gestalteten sie die Abschieds-Melodie, die Rückkehr Undines ins Wasser, und Reineckes Reminiszenz an die vergangene Liebe mit sanftem, rührend-elegischem Schimmer.
Drei Lieder Schumanns in Bearbeitung für Oboe und Klavier brachten nochmal ein neues Bild des lyrischen „Ich“ der Romantik, Sebastian Poyault und gerhard Vieklhaber stürzten sich in die Farben des Gesangs, der Oboist füllte die Klanglinien des nicht erklingenden Textes mit seiner Spannung- und Ausdrucksfeinheit, seiner ergreifender Phrasierung und seinem hinreißendem Schwung.
Der Wiener Flötenvirtuose Albert Franz Doppler erklomm die Hänge des schweizer Bergmassiv Rigi über dem Vierwaldstätter See und übertrug die Faszination der malerischen Lage in sein Trio „Souvenir de Rigi“ für Flöte, Horn und Klavier, op. 38. Mangold, Kleinbart und Vielhaber formten den pittoresken Dialog zwischen einem Flöte spielenden Hirten und einem Alphornbläser auf der Höhe des Rigi effektvoll nach, sanft wiegend voran das Klavier, zwitschernd und mal zart trällernd mal virtuos die Flöte, weit ausholend das Horn, gemeinsam das heile-Welt Bild vollendet nachzeichnend. Reineckes Trio a-moll op 188 für Oboe , Horn und Klavier rundete das Konzertprogramm romantischer Bläserkammermusik ab. Poyault, Kleinbart und der unermüdliche Vielhaber erfüllten die neuen poetischen Inspirationen Reineckes mit Lebendigkeit und Feinheit,
reizvoll den 1.Satz mit seinem Signalartigen Motiv, erzeugten spontanen Applaus im 2.Satz durch ihr spritziges und freudig-spaßiges Spiel, beleuchteten mit konzentriertem Ernst die kontrastierende Stimmung des Adagio, und humorvoll bewegt das Finale. Die vier so einfühlsam und den Wohlklang treffenden jungen Musiker bedankten sich für die Begeisterung des Publikums mit einem beschwingten, von Leichtigkeit getragenen kurzen selbst bearbeiteten Stück.
Marcus Vitolo


Marcus Vitolo



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