Trio Kontra

TRIO KONTRA

Bach, Rachmaninow, Piazolla

Barocksaal Tegernsee

01.07.2017, 19.30 Uhr

Nachbericht

Ihr Name verkündet gleich das Besondere an dieser Trioformation : das Kontrabass ersetzt das übliche Cello. „Das war uns zu langweilig„ erzählt jovial der Pianist des Trio Kontra, Georg Michael Grau, und so brachten er und die Geigerin Johanna Pichlmair sich mit dem Kontrabassisten Andreas Ehelebe zusammen. Das fügte sich so gut, dass trotz des eingeschränkten Anzahl an Original-Kompositionen – dieses Manco füllen die jungen Musiker aber mit der Verarbeitung vieler Werke mit Cello-Besetzung - das Trio in die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler (BAKJK ) des Deutschen Musikrates gelangte.
Ihre Klangfreude und ihr feinsinniges und lebenslustiges Musizieren begeisterten durchwegs das Publikum im Barocksaal des Tegernseer Schlosses in der „Konzertreihe“Podium für junge Solisten“. Bachs bearbeitete Sonate für Violine und obligates Cembalo BWV 1016 ließen sie im anfänglichen Adagio sogleich mit wundervollem Wohlklang und ernster Nachdenklichkeit ertönen, kosteten die Geschwindigkeit des Allegro federnd und elastisch aus, die Gesanglichkeit des Adagio ma non tanto im Dialog von Violine, hervorragende Johanna Pichlmair, und Kontrabass, und entfalteten souverain die Entschlossenheit und Brillanz des finalen Allegro.
Im modernen Duo concertante für Violine und Kontrabass von Krzysztof Penderecki, in seiner Entstehung inspiriert vom nachfolgenden Duo concertante Werk von Bottesini, dialogisierten die zwei Streichinstrumente vital und facettenreich , von der Imitation ihrer Stimmen angetrieben, durch unterschiedliche Rhythmen, Tempi und Ausdrucksstufen .
Bottesini, wurde zum der „Paganini des Kontrabass“, ein Virtuose des großen Streichinstrumentes, einer der wenigen, mit Liszt und Paganini, durch ganz Europa, Mexiko, Kuba, Ägypten und USA weitgereisten Solisten , und später Dirigent, der damaligen Zeit. Das Trio Kontra nahm sich seines Duo concertante an und vor allem Andreas Ehelebe zeigte in dem technisch höchst anspruchsvollen Bravourstück welche Virtuosität in ihm steckt. Wie eine Duett-Arie für Violine und Kontrabass erklang das Werk voller witziger, quirliger und mitreißender rasanter Passagen auf höchsten Saitenpositionen und melodiösen Kantilenen, vom Klavier tatkräftig und lustig unterstützt. In Rachmaninovs einsätzigem Trio élégiaque Nr.1 in g-moll holten die drei Musiker die ihm innewohnende Düsternis und Melancholie mit großer Ausdrucksfähigkeit hervor, sangen intensiv und aufwühlend bis zum ruhigeren Trauermarsch-Finale. Mit Astor Piazzollas „Las cuatro estaciones portenas“ über die vier Jahreszeiten in Buenos Aires kam Tango Atmosphäre in dern Barocksaal , der Frühling erklang rhythmisch hüpfend ausgelassen,mit langgezogenen Gesangstönen, der Sommer temperamentvoll vehement, der Herbst flott und locker, mit chromatisch singendem Kontrabass , der Winter kam sanft und herrlich als leichter Traum daher. Lang und intensiv applaudierte das schon durch die vorangegangenen Stücke immer wieder begeistertes Publikum und erntete eine entzückende Zugabe : mit Fritz Kreislers Wiener Miniature Marsch entließ das Trio Kontra eine beschwingte Zuhörerschaft. Marcus Vitolo





Ulli und Uwe Kai Stiftung