Im Rahmender Tegernseer Woche : Quatuor Akilone

SIEGER DES STREICHQUARTETTWETTBEWERB BORDEAUX 2016

Beethoven , Debussy

Barocksaal Tegernsee

24.09.2017, 19.30 Uhr

Nachbericht

Die Siegerinnen des Streichquartett-Wettbewerbs in Bordeaux 20165, das „Quatuor Akilone“ gaben auf Einladung des „Freundeskreis für die Förderung junger Musiker“e.V einen Kammermusikabend im Barocksaal des Tegernseer Schlosses. Die jungen Streicherinnen aus Frankreich, Emeline Concé,1. Violine, Elise De-Bendelac 2. Violine, Louise Desjardins, Viola, und Lucie Mercat,Violoncello, alle zwischen 24 und 27 Jahren alt, boten dem zahlreichen Publikum erlesene Quartettkunst . Das gut besuchte Konzert der Reihe „Podium für junge Solisten„ war in die Veranstaltungen der „Tegernseer Woche „ eingebunden. Der Name des Ensembles , vom italienischen „aquilone“ abgeleitet, bedeutet für die Musikerinnen die Verbindung von Kunst und Künstlern, von Himmel und Erde.
Um den Ausdruck von „Natur und Imagination“ in Musik ging es Debussy in seiner Kompositionskunst, er sah sich selbst als ein Maler in Tönen und Klängen. Dieser Vorstellung wurde das Quatuor Akilone überaus gerecht. Feiner, durchsichtiger Streicherklang , im flüsternden Beginn abgemessen gesetzt, den Andeutungen und Verwandlungen des motivischen Materials mit Gespür und Klanggestaltung feinsinnig folgend bis zur Steigerung der dramatischen Kurve mit Leidenschaftlicher Hingabe, so zeichneten die Musikerinnen das impressionistische Quartettwerk in g-moll, op.10 von 1893 nach. Einen lebendigen Pizzicato-Tanz mit schnellem, verträumten Schluss ließen sie im 2.Satz erklingen , und 1.Violine und Cello eröffneten im Andantino einen warmen Klangteppich aus dem sie dann abwechselnd hervorgehoben sangen, wie Blumen aus einer satten Wiese. Aus dem letzten Satz holten sie alle klangestalterischen Ideen heraus, gleitende Instrumentenfarben, exotische Kläng , versteckte Dissonanzen, dies mit der ihnen eigenen Präzision, Ernsthaftigkeit und Freude an der Hingabe an dieser ihnen sehr affinen Musik.
Beethovens Streichquartett F-Dur op.58 Nr. 1 verstörte die Hörgewohnheiten der damaligen Zeit sowohl unter dem Publikum wie auch unter Musikern selbst. Zu ausladend die Dimensionen , zu gewagt die Form, zu verdichtet die Klanggebung. Darüber mag man heute schmunzeln, damals ein Eklat, doch für Beethoven logische Anknüpfung der Kammermusik an den Zug ins Monumentale den schon einige seiner Werke aufzeigten, wie das Es-Dur Klavierkonzert oder die Sinfonie„Eroica“. Das Quatuor Akilone beleuchtete im 1.Satz die Ketten von musikalischen Einfällen die an Stelle der Kontraststruktur zweier Themen und der thematisch-motivischen Arbeit treten mit bewegter Klangfülle, Lyrik und Genauigkeit. Ein Fluss von abwechslungsreichem Wohlklang, und energische feierliche Momente ließen sie im Adagio erströmen, prägend blieb aber der klagende Charakter , von der 1.Violine getragen. Die sich allmählich Textur zog sich bis zum anspringenden Rondo-attacca des finalen Allegro, vehement und fordernd, treibend und bissig, im beschleunigendem Tempo raffiniert gestaltet, vom feinen pianissimo bis zu jagenden Passagen. Anhaltender Applaus ergab noch eine entzückende Zugabe : Mozarts Rondo , Allegro grazioso, 3.Satz des Streichquartets B-Dur KV 159. Marcus Vitolo ausdünnende Textur zog sich bis zum anspringenden Rondo-attacca des finalen Allegro, vehement und fordernd, treibend und bissig, im beschleunigendem Tempo raffiniert gestaltet, vom feinen pianissimo bis zu jagenden Passagen. Anhaltender Applaus ergab noch eine entzückende Zugabe : Mozarts Rondo , Allegro grazioso, 3.Satz des Streichquartets B-Dur KV 159. Marcus Vitolo

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