The Octavians

VOKALSENSEMBLE AUS DRESDEN

Barocksaal Tegernsee

13.04.2019, 19.30 Uhr

Vorbericht

Die Octavians gehören zu den bekanntesten Vokalensembles Deutschlands. Sie sind mehrfacher Preisträger verschiedener A-cappella-Wettbewerbe und brillieren durch ihren homogenen Klang und ihre musikalische Vielseitigkeit. Dabei gelingt ihnen die Gratwanderung zwischen humoristischem und geistlichem Liedgut. Ihre drei Countertenöre verleihen der Gruppe eine unverwechselbare Klangfarbe und ermöglichen ihr auf diese Weise ein Spektrum vom höchsten Sopran bis zum tiefen Bass zu intonieren. In den 11 Jahren ihres Bestehens erweiterte sich das Repertoire der Octavians stetig und umfasst mittlerweile geistliche und weltliche A-cappella-Werke aus über acht Jahrhunderten von den Anfängen der Mehrstimmigkeit bis zum zeitgenössischen Jazz und Pop.

Zahlreiche Konzerte im ganzen Bundesgebiet führten die Octavians in alle Ecken der Republik, wobei sie unter anderem im Auftrag der Jenaer Philharmonie, des Thüringer Kultusministeriums und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung auftraten. Selbst die Bundeskanzlerin Angela Merkel konnte sich dem Charme der jungen Männer nicht entziehen, als sie anlässlich des Thüringer Sommerfestes in Berlin im Juni 2014 auf die Gruppe traf. Internationale Konzerte wie im Februar 2015, wo die Octavians für das Goethe-Institut als „Kulturbotschafter“ Deutschlands in Tunesien unterwegs waren, zeigen ihre Präsenz über Landesgrenzen hinaus. Auf weiteren Reisen fuhren die acht Sänger quer durch Europa, so zum Beispiel in die Schweiz, nach England, Italien, Spanien, Schweden und Frankreich.

Im Mai 2010 gewannen die Octavians den 1. Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Ein Jahr später stellte sich die Gruppe der internationalen Konkurrenz beim A-cappella-Festival „Vokal total“ in Graz und konnte mit einem Silberdiplom im Gepäck nach Hause reisen. Im Mai 2014 folgte der 3. Preis in der Kategorie „Klassisches Ensemble“ beim wichtigen Deutschen Chorwettbewerb. Ihren bis dahin größten Erfolg feierten die Octavians im April 2017, wo sie beim internationalen A-cappella-Festival in Leipzig siegten und den 2. Preis (bei nicht vergebenem 1. Preis) sowie den begehrten Publikumspreis gewannen. Sie qualifizierten sich damit für ein Gastkonzert beim nächsten Leipziger A-cappella-Festival 2018.

2011 veröffentlichen die Octavians ihren ersten Tonträger „Auftakt“ beim Klassik-Label „querstand“, welcher einen umfassenden Überblick über das künstlerische Spektrum der jungen Sänger bietet. Im Jahre 2013 folgte mit „Goldene Zwanziger“ unter dem Label „Rondeau“ die zweite CD – eine Hommage an die Comedian Harmonists, die darüber hinaus mit Jazz- und Pop-Standards der 20er- bis 60er-Jahre bespickt ist. 2015 erschien ebenfalls bei „Rondeau“ ihre bislang neueste CD „Es naht ein Licht“, die sich mit ihren wohlig warmen Klängen der Adventszeit widmet. Im Oktober 2016 feierten die Octavians ihr 10-jähriges Bestehen und gaben unter dem Titel „10 Jahre Octavians – Das Konzert“ ihr bis dahin größtes eigenständiges Konzert im Jenaer Volkshaus vor mehr als 800 Zuhörern.



Nachbericht

Ein singendes Ensemble von magischer Wirkung entführte mit allerhöchster Qualität die Zuhörer des Tegernseer „Podium für junge Solisten“ in die Welt des Vokalgesangs. Die acht Sänger des Vokaloktetts „Octavians“ , Heiko Knopf, Rene‘ Richter, und Matthias Mäurer, Countertenöre, Clemens Risse und Christian Gaida, Tenöre, Martin Kleekamp,Andreas Jäckel, Baritone und Johannes Schleußner, Bass, sangen ihr in „Klassik“ und „Moderne“ aufgeteilte Programm“Der Töne Licht“ mit großer Vokalensemblekunst, Hingabe, Verinnerlichung, Witz und Charme.

Der Spiritual „Down the river to pray“schuf in seiner Besinnlichkeit sogleich die richtige Atmosphäre für ein Konzertabend des vokalen Wohlklangs. Dem berührenden Stück folgten drei fünfstimmig gesungene Tänze aus der Spätrenaissance von Giovanni Giacomo Gastoldi, Il bell‘umore, Caccia d‘amore, La bellezza, deren sehr bewegte Stimmen die Octavians mit besonderer Reinheit und elegantem Schwung erklingen ließen, die Wendungen und Sprünge der Liebesverwicklungen perlend besingend.

Höhepunkt des ersten Teils war ohne Zweifel Schuberts Männerchorlied „Die Nacht“. „Wie schön bist du, freundliche himmlische Ruh...“erklang in warmer, mitnehmender Tongebung, in gefühlvollster und fein nuanciert ausgearbeiteter Interpretation.

„Die Kapelle am Strande“ von Wilhelm Berger ertönte berührend, unheimlich und tief empfunden, Lowell Masons Choral „Näher mein Gott zu dir“ und Morten Lauridsens „O nata lux“ beleuchteten klanglich den Glauben und die Zuversicht, die Geburt des Lichtes aus Licht.

„....Stille, stille, lasst uns lauschen...“Brahms Abendständchen schloss mit Ruhe und Sanftheit den 1.Teil des Abends ab. Von dessen andächtiger Stimmung kam man nun in etwas lockerere aber dennoch nachdenkliche Gefilde, die Auswahl der Gesänge lag generell schwerpunktmäßig immer auf der Aussage zur Mitmenschlichkeit und Freundschaft, zur Bewunderung und Bewahrung der Natur. Das Mitgefühl, die Hoffnung und das Verständnis füreinander sprachen die Lieder „Parting Glass“, „That lonesome road“, „Streets of Philadelphia“und „Bridge over troubled water „ in bewegender Weise an. Humorvollen Klangwitz brachte Duke Ellingtons „Creole love call“ im Arrangement der Comedian Harmonists, und Sozialkritisches Paul Simons „The boxer“ und John Lennon Hymne der Friedensbewegung „Imagine“ sowie „Der blaue Planer“ von der Ostrockgruppe Karat. Beruhigendes Abendlied wurde Jay Giallombardos „Sure of this shining night“. Die sympathischen Octavians bewegten sich auf der Bühne mit durchdachter Choreografie, die ihre Präsenz auflockerte und sie als sich in jedem Stil auskennendes Ensemble präsentierte. Einem vor Begeisterung kaum zu haltenden Publikum gönnten sie noch zwei Zugaben, „Sandmännchen“ von Udo Lindenberg und besangen das Band ihrer Freundschaft und Freude am gemeinsamen Singen auf höchstem Niveau mit „Hey ho“ von The Lumineers.

Marcus Vitolo


Ulli und Uwe Kai Stiftung