Podium für junge Solisten - Freundeskreis für die Förderung junger Musiker e.V.

Diogenes - Quartett

DIOGENES - QUARTETT . CLEMENS TRAUTMANN, KLARINETTE

(Klarinetten-Quintette von Beethoven und Mozart)

Barocksaal Tegernsee

19.11.2005, 19.30 Uhr

Vorbericht

Das Abschlußkonzert des Jubiläumjahres zum 20-jährigen Bestehen des „Freundeskreis für die Förderung junger Musiker“ e.V. findet am Samstag den 19. November um19.30 Uhr im Barocksaal des ehemaligen Tegernseer Schlosses statt. Der „Freundeskreis“ hat zu dieser Gelegenheit ein junges, doch schon konzerterfahrenes Streichquartett, das Diogenes-Quartett , und den bekannten Klarinettisten Clemens Trautmann eingeladen. Das Diogenes-Quartett kommt aus München , wurde 1996 gegründet und musiziert seit 1996 in der jetzigen Besetzung von : Stefan Kirpal, Violine, Gundula Krömer, Violine, Stefanie Krauss, Viola, und Stephen Ristau, Violoncello. Im Rahmen seiner regen Konzerttätigkeit , vor allem in der Schweiz, Österreich und im süddeutschen Raum, trat das Diogenes-Quartett im Juni 2001 bei den Internationalen Musiktagen Eckelshausen an. Mehrere Produktionen mit Deutschlandradio Berlin und dem Bayrischen Rundfunk folgten. Die gemeinsame Ausbildung der hohen Streicher, die intensive Liebe zur Kammermusik und eine langjährige verbindende Freundschaft sind die Pfeiler des erfolgreichen Schaffens des Ensembles: Seine Bühnenpresenz und Homogenität basieren darauf. Mentoren der jungen Musiker sind Professorin Lydia Dubrovskaja, ( Augsburg ) Dr. Andrievski ( London ), und Prof. Buchberger ( Frankfurt ).Mit der Reihe „Rückblicke“ erreicht das Diogenes-Quartett ein breitgefächertes Publikum und kann so die Vielfalt des Quartettrepertoires vorstellen. Daneben widmen sich die Musiker der jüngeren Generation der Zuhörer: In Zusammenarbeit mit dem Verein „Concierto München“ engagieren sie sich seit einigen Jahren bei Kinderkonzerten. Der Klarinettist Clemens Trautmann ist Gewinner mehrerer Wettbewerbe und Stipendien, u.a. 95 „Jugend musiziert“, 96 1. Preis des 12. Südwestdeutschen Kammermusikwettbewerb, Stipendium der Richard Wagner Stiftung, 2000 Sonderpreis der Deutschen Stiftung Musikleben und Stipendium des Deutschen Musikwettbewerbs. Als Solist arbeitet Clemens Trautmann mit verschiedenen Orchestern z.B. der Polnischen Kammerphilharmonie und dem Orchester der Jeunesse Musicales, im Duo mit dem Pianisten Cornelius Meister. Radio und Fernsehproduktionen macht es als Solist und im Duo bei nahezu allen deutschen Sendeanstalten, CD-Aufnahmen bei Berlin Classics und der Deutschen Stiftung Musikleben. Auch auf musikwissenschaftlichen Gebiet ist er hervorgetretenund studiert neben seiner Konzerttätigkeit Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg. Clemenes Trautmann und das Diogenes Quartett werden in Tegernsee folgende Werke darbieten: das Quintett für Klarinette und Streichquartett von W.A. Mozart in A-Dur KV 581 und das Quintett für Klarinette und Streichquartett von J. Brahms in h-moll, op.115. Karten im Haus des Gastes in Tegernsee, tel. 08022/180141, bei Giller-Reisen in Rottach-Egern, Tel. 08022/66190, beim „Freundeskreis“ unter 08022/76421 ( Fr. Brogsitter –Fink) und an der Abendkasse. Marcus Vitolo

Nachbericht

Einen musikalischen Abend der besonderen Art erlebten die Besucher des letzten Konzertes der Reihe des „Freundeskreis für die Förderung junger Musiker“ e.V. in seinem Jubiläumsjahr zum 20jährigen Bestehen. Mit dem „Diogenes“- Quartett und dem Klarinettisten Clemens Trautmann verabschiedete sich der „Freundeskreis“ bis zum nächsten Konzert am 14. Januar 2006. Stefan Kirpal, Violine, Gundula Krömer, Violine, Stefanie Krauss, Viola, Stephen Ristau, Violoncello und Clemens Trautmann, Klarinette, öffneten nicht nur die Ohren der Zuhörer für die unvergleichliche Klangschönheit der Werke für Klarinettenquintett von Mozart und Brahms, sondern mit ihrer vollendeten Tongebung auch deren Herzen. Dahinfliessender Wohllaut, angenehm betörend, höchste Kunstfertigkeit der Instrumentalisten und die Strukturen der mozartschen Vorgaben des Klarinettenquintetts in A-Dur KV 581, ergaben eine Mischung der unterschiedlichen Register von Streichern und Blasinstrument wie sie sich Mozart selbst nicht besser hätte vorstellen können. Die atemberaubende Sanftheit und Spannungsführung des Ensembles durchzog alle Sätze, wobei der zweite, Larghetto, klanggewordene Wärme und Güte hervorbrachte, der letzte, Allegretto con variazioni, Spielfreude und Heiterkeit , fast jedes Instrument einmal in den Vordergrund bringend, erst die Klarinette, dann die 1.Violine, dann die Viola in einer Mollvariation, dann eine sehr flott dahinfliegende Klarinette und 1.Violine, alle Instrumente in der Erinnerung an das Thema des Larghetto vereinend und in der Allegro-Beschleunigung endend. Es ist nicht verwunderlich das dieses Werk für Johannes Brahms Anregung und Impuls wurde. Das Klarinettenquintett in h-moll op.115 entstand aus ähnlichen Umständen wie das mozartsche Werk. Wurde Mozart vom Spiel des exzellenten Klarinettisten Anton Stadler inspiriert, so Brahms von der Jahrhundertbegabung Richard Mühlfeld. Diese emotionale Berührung ubertrug auch Clemens Trautmann in den Barocksaal : Gemeinsam mit dem „Diogenes“-Quartett stellte er dem Publikum die Expansivität und Sinnlichkeit dieser Komposition vor und lies träumen, vorstellen und geniessen. Sowohl die kantablen Motive des Allegro als auch die in der dreiteiligen Liedform des Adagio versteckten unheimlichen Momente der Musik erklangen mit tiefer Hingabe und Feinfühligkeit . Prägnant gestalteten die Musiker das Andantino und beleuchteten im Variations- Finale alle dagewesenen Facetten des Werkes noch mal, bis zum ergreifenden Abgesang der Coda. Wenn ein Ensemble musikalische Trance im Barocksaal hervorgerufen hat, dann dieses. Marcus Vitolo

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