Podium für junge Solisten - Freundeskreis für die Förderung junger Musiker e.V.

Preisträger des 6. Klavierpodiums der Jugend

PREISTRäGER DES 6. KLAVIERPODIUMS DER JUGEND

L.v.Beethoven, F. Chopin, F.Schubert und R.Schumann

Barocksaal Tegernsee

11.08.2007, 20.00 Uhr

Vorbericht

Am Samstag den 11. August um 20.00 Uhr werden ausgesuchte Preisträger der 6. und 7. Ausgabe des „Münchner Klavierpodium der Jugend“, im Barocksaal des Tegernserr Schlosses auf Einladung des „Freundeskreis für die Förderung junger Musiker“e.V.spielen. Dieses Jahr sind folgende „Rohdiamanten“ des Tastenspiels dabei : Amadeus Wiesensee, 13 Jahre, aus Waakirchen, im Tegernseer Tal schon recht bekannt, Michael Grau, 17 Jahre, und Daniel Schneidt, 20 Jahre, aus München, der letztens in Tegernsee im Hotel „Westerhof“ begeisterte. Der von Simon Gourari, Klavierpedagoge ( Vater der Pianistin Anna Gourari ), gegründeter Wettbewerb für junge Klavierkünstler aller Länder hat es sich als Hauptanliegen gemacht neue Talente zu entdecken und zu fördern, ihnen die Welt der Musik nicht als „Kampfplatz“ sondern als offenes Forum das allen einen Platz bietet vorzustellen. Hierzu motiviert werden sie durch die, bis auf ein einziges Pflichtstück, ganz freie Auswahls des Programms, durch die positive Betonung der jeweiligen Leistung im Gegensatz zu einer Konkurrenzsituation, und mit einer kleinen Anerkennung für alle. In Altersgruppen von 5- bis 22 können die heranwachsenden Musiker beim Wettbewerb „Klavierpodium“ ihr Talent unter Beweis stellen und als Preisträger dann Konzerterfahrung gewinnen. Die Teilnehmer werden in 5 Alterskategorien bewertet, neben der Fachjury geben eine Mediajury, eine Publikumsjury und eine Jugendjury ( ehemalige Preisträger ) ihre Wertung ab. In Tegernsee werden die drei Auserwählten, Amadeus Wiesensee, Michael Grau und Daniel Schneidt, Werke von L.v.Beethoven, F. Chopin, F.Schubert und R.Schumann vortragen.

Nachbericht

Drei jungen Tastenpoeten gelang es den vollbesetzten Barocksaal in einen Tempel der Musik zu verwandeln, ihre Kunst wurde mit Bewunderung und Begeisterung empfangen. Preisträger des „Münchner Klavierpodium der Jugend“, ein Wettbewerb der besonderen Art, welcher die jungen Künstler in ihrem pianistischen Vergleich nicht als Gegner, sondern, jeder in seiner Individualität, als gemeinsam an der Musik Schaffende sieht. Welch ein junger, reifer und professioneller Pianistennachwuchs in Tegernsee für das „Podium für junge Solisten“ spielte, konnte man schon beim Auftritt des jüngsten, des 14jährigen Amadeus Wiesensee hören. Er gestaltete die Sonate E-Dur von Ludwig van Beethoven mit elegant-sanftem Anschlag, in zügig flinkem Tempo, charakteristische Baß- und Akkordmotive waren klug hervorgehoben und betont, und kostete dieses Werk in seiner Ausgewogenheit, seiner Klangwelt als Ausdruck eines nicht eruptiven Beethoven aus. Wiesensees Interpretation beleuchtete auch Chopins Ballade Nr.2 F-Dur, ein Stück mit zwei Themen in zwei Sätzen, in einer natürlichen, unverkünstelten Art. Das Tempo eher ruhig gewählt, sanft deklamierend wie ein Dichter der Klänge, die aufgeregten Passagen ohne Hektik, so vermittelte er gefühlvoll das Besondere und Einzigartige dieser Musik. Robert Schumanns Romanze op.28. als Zugabe vollendete den Eindruck eines zarten, aufblühenden und entschlossenen Klavierjünglings von schon großem Format und noch größerem Potential. Wenn Beethoven wie ein Architekt komponierte so tat dies Schubert wie ein Traumwandler, und in einen Traumzustand versetzt uns seine Musik wenn sie ein empfindsames Medium findet. Die Reife des Georg Michael Grau in seiner Interpretation Schuberts Sonate G-Dur op.78 D 894 eröffnete dem Zuhörer neue Welten und widerlegte alle Vorurteile zum Pianismus Schuberts. Gewiß war das Publikum nicht auf die Ausdehnung dieses Ausnahmewerkes gefasst, doch wuchs die Faszination mit der Hingabe an Graus gebendes Spiel. Solch differenzierter Anschlag, solch singender Ton und auch die Fähigkeit kernig zuzugreifen, führten durch den traumverlorenen, expansiven, oft unberechenbaren Kosmos dieser Musik. Das Grau einen Schwerpunkt seiner Empfindsamkeit hier idealerweise findet bewies er auch mit seiner Zugabe: mit singendem Ton erklang das Allegro moderato aus der Sonate A-Dur op. 120. Mit Daniel Schneidts Interpretation des Carneval op.9 von Robert Schumann kulminierte dieser denkwürdige Konzertabend. Das Feuerwerk des Préambule, die Bedächtigkeit des Pierrot, der quirlige Arlequin, der ernst-feinfühlige Valse noble, der verträumte„Blumenfreund“ Eusebius, der forsche Florestan, die tänzelnde Coquette: Vom ersten Griff an hörte man den gewachsenen, erfahreneren Musiker heraus; seine sichere Kontrolle, seine Fähigkeit zu überraschen, sich jeder erklingenden Figur des Werkes zu widmen, so machte er die rasche Abfolge der mehr als 20 kurzen Stücke zu einem Erlebnis. Die flatternden Papillons, die Entschlossenheit der Chiarina und die Strenge der Estrella, der nicht umsonst dazwischen wogende sanfte Chopin, das Fangespiel von Pantalon et Colombine, die ernüchternde Ordnung des Valse allemande, die Verdichtung von Rhytmus und Spannung des Davidsbündlermarsch, zeugten von Daniel Schneidts großer emotioneller Wandlungsfähigkeit sowie von seiner Fähigkeit den Klang zu verfeinern und sich in die Kühnheit dieser Musik zu versetzen. Begeistert freudigen, dankbaren Applaus gab das Publikum den drei beseelten Jungpianisten auf ihren Weg mit.

Ulli und Uwe Kai Stiftung