Podium für junge Solisten - Freundeskreis für die Förderung junger Musiker e.V.

Bläserquintett Arirang

BLäSERQUINTETT ARIRANG

Zemlinsky, Tomasi, Beethoven,Piazzolla

Barocksaal Tegernsee

10.01.2009, 19.30 Uhr

Vorbericht

Für sein erstes Konzert im Jahr 2009 hat der „Freundeskreis für die Förderung junger Musiker“ e.V. ein Bläserensemble das zur Elite der der jungen Bläserprofis Deutschlands zählt nach Tegernsee einladen können. Das „arirang-Quintett“, mit Friedrich Haberstock, Flöte, Jörg Schneider, Oboe, Steffen Dillner, Klarinette, Sebastian Schindler, Horn, Monika Schneider, Fagott, entstand 2002 während einer Tournee der Jungen Deutschen Philharmonie Nach seinem Debüt im Schauspielhaus Bochum erhielt das arirang-Quintett die Einladung seitens der Jeunesse Musicales Deutschland, die deutsche Sektion beim „Young musicians 2004“ in Kroatien zu vertreten. Kontrastreiche Programme zwischen Klassik und Moderne, Komplexität und Schlichtheit, mit perfektem Zusammenspiel und Ausleuchtung aller Facetten ausgeführt, kennzeichnen dieses außergewöhnliche Ensemble. Mehrere Preise bei verschiedenen Wettbewerben, u.a. 2 Preis beim Kammermusikwettbewerb „Verfemte Musik“ 2004, 2. Preis beim Bläserquintettwettbewerb 2005 in Marseille und 2. Preis beim Internationalen Kammermusikwettbewerb Osaka; bis zum ARD Wettbewerb 2006 folgten. Hier kam das Ensemble unter die ersten fünf Bläserquintette. Es sticht durch technische Perfektion, Temperament, Mut zur neuen Musik und jugendlicher Frische heraus.

Nachbericht

Zum Auftakt des Jahres 2009 spielte ein ungewöhnliches Ensemble in der Konzertreihe „Podium für junge Solisten“ des „Freundeskreis für die Förderung junger Musiker“ e.V. . Das arirang-Quintett, ein Bläserquintett mit Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, besetzt mit jungen Spitzenmusikern und vom Deutschen Musikrat gefördert, stellte sich im Barocksaal des Tegernseer Schlosses mit brillantem Können und kontrastreichem Programm vor. Das arirang-Quintett zeichnete Alexander von Zemlinskys Humoreske mit fröhlichen Girlanden und luftiger Ausstrahlung, das kurze, einsätzige, neoromantische Stück, wurde ein Kleinod höchsten Musizierens. Aus Henri Tomasis „Quintette“, ein technisch höchst anspruchsvolles, schwer zu spielendes Werk, und für manch allzu tonal Verwurzelte schon schwer erfassbar, machten Friedrich Haberstock, Flöte, Jörg Schneider, Oboe, Steffen Dillner, Klarinette, Sebastian Schindler, Horn und Monika Schneider, Fagott, mit dem drängenden Tempo mancher Passagen, dem elegischen Ausdruck anderer, ein phantastisches Klangbild voller klug ausgeleuchteter Überraschungen. Beethovens Bläserquintett Es-Dur op.103, ein sich vom Oktett über Streichquintett und Klaviertrio bis zur nun gespielten Bearbeitung für 5 Bläser gewandeltes Werk, erklang wiederum mit perfektem Zusammenspiel und blitzsauberer Intonation, das Allegro heiter und gemütlich,das Andante erfreulich über die untere Grenze des Tempos ausdrucksvoll und so kantabel empfunden, seine graziöse und galante Wendungen geduldig und getragen ausgeleuchtet. Flott wurde das Menuett und äußerst geschwind das pulsierende Presto. Von Astor Piazzolla, der in seinen letztem Jahren mit der Sängerin Milva auf Tournee ging und sie selbst auf dem Bandoneon begleitete, erklang „Histoire du Tango“ durch das arirang-Quintett in edlem Klangkleid . Das Ensemble spielte mit dieser leicht verruchten, so sinnlich- wendigen Musik, in ausgelassener Fröhlichkeit, jede Temponuance auskostend, jede Klangfarbe betonend. Frech und pfiffig in „Bordel“, ruhig und nachdenklich in „Café“,unternehmungslustig , locker und quirlig in „Nightclub“, und sich dem stetig synkopierten Rhythmus hingebend in „Concert d'aujourd'hui“.Auch die Zugabe war bezeichnend für diese 5 phantastischen Musiker, das begeisterte Publikum bekam eine kurze und lustige Persiflage Beethovens 5.Sinfonie: Keck und mitreißend bis zuletzt. Marcus Vitolo

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