Podium für junge Solisten - Freundeskreis für die Förderung junger Musiker e.V.

Duo Klarinette Klavier (Deutscher Musikrat )

Schumann,Brahms, Poulenc, Weber

Barocksaal Tegernsee

09.01.2010, 19.30 Uhr

Vorbericht

Vor 25 Jahren begann der „Freundeskreis für die Förderung junger Musiker“ e.V. junge Künstler am Anfang ihrer Karriere nach Tegernsee einzuladen, zugleich bot er Musikfreunden eine Konzertreihe mit qualitativ hohem Anspruch. Im Jubiläumsjahr „25 Jahre Freundeskreis“sind ganz besondere Konzerte im Programm : ein Duo aus der Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler, die Gewinner des ARD-Wettbewerbs, das Philharmonische Bläserquintett Berlin, ein Klavierabend, ein Streichquartettkonzert, ein Festkonzert in Wildbad Kreuth mit der Deutschen Streicherphilharmonie, die jungen Preisträger des Münchner Klavierpodiums und die Geigerin Julia Fischer mit der Pianistin Milana Chernyavska. Den Anfang dieses hervorragenden Programms machen am Samstag den 9.1.2010 um 19.30 im Barocksaal des Tegernseer Schlosses zwei besondere Künstlerinnen : Antonia Lorenz, Klarinette und Isabel v .Bernstorff, Klavier. Die zwei Musikerinnen waren 2006 beim Deutschen Musikwettbewerb in ihren jeweiligen Kategorien erfolgreich und lernten sich im Anschluss an den Wettbewerb durch ihre Teilnahme an der 51. Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler kennen und schätzen. Sie nahmen eine gemeinsame Konzerttätigkeit auf und beschlossen als festes Duo über die BAKJK-Saison hinaus zusammen zu arbeiten und ihr Repertoire zu erweitern. Dies führte 2008 zum Erfolg eines Stipendiums und der Aufnahme in die 53.Bundesauswahl. Beide Musikerinnen verfügen über hohe Konzerterfahrung : Antonia Lorenz als Soloklarinettistin der Staatsoper Stuttgart und mit Auftritten in ganz Deutschland , Isabel v. Bernstorff als Solopianistin und Kammermusikpartnerin in einer Vielzahl von Auftritten in und außerhalb Europas. In Tegernsee werden sie ein ausgewähltes Programm mit Werken von Clara Schumann, Robert Schumann, Johannes Brahms und Carl Maria von Weber spielen.

Nachbericht

Ein Konzert ganz im Zeichen der Romantik boten die Musikerinnen Antonia Lorenz und Isabel v. Bernstorff im Barocksaal des Tegernseer Schlosses. Bei der ersten Veranstaltung des „Freundeskreis für die Förderung junger Musiker“ e. V. im Jubiläumsjahr des 25. Bestehens spielten die Klarinettistin und die Pianistin ein überaus attraktives Programm mit Werken von Clara und Robert Schumann, Johannes Brahms und Carl Maria v. Weber. Die beiden sympathischen Künstlerinnen zogen das Publikum des Barocksaal bald in ihren Bann und musizierten auf höchstem Niveau. Clara Schumann ist eher als Pianistin in die Musikgeschichte eingegangen, ihre Kompositorische Arbeit konnte sich auf Grund des gesellschaftlichen Tabu - eine Frau als Komponistin - nicht in angemessener Weise durchsetzen. Ihre 3 Romanzen op.22 boten Antonia Lorenz und Isabel v. Bernstorff in eigener Bearbeitung für Klarinette und Klavier ( ursprünglich für Oboe und Klavier ) und zeigten die schwärmerische Hingabe und die Emphase des Andante molto, die tänzelnde Leichtfüßigkeit des Allegretto, sowie die Liedhaftigkeit des weiten Melodiebogen der Klarinette auf perlenden Klaviergirlanden. Meisterlich bewältigten sie Brahms Sonate für Klarinette und Klavier Es-Dur op.120/2, ein Meilenstein dieser Besetzung. Die gedämpfte Tongebung dieses Werkes perfekt ausleuchtend, und trotzdem seine Lebendigkeit anfachend, zeigten sie die Lyrik des Allegro amabile, aber auch die wuchtige Leidenschaft des Appassionato ma non troppo. Ein alle Satztypen enthaltendes Finale mit seinen 5 Variationen, welche mit ihrer choralartigen Klanglichkeit Mussorgskys „Promenade“ aus „Bilder einer Ausstellung“ suggerieren, zeichneten sie mit Fröhlichkeit und ungeheurem Können. Robert Schumanns 3 Romanzen op.94, in ihrer Form und Gestaltung fast als „Kunstlieder für 2 Instrumente“ vorstellbar, fanden in der Interpretation des Duo Antonia Lorenz und Isabel v. Bernstorff ein ideales Medium. Erzählend, träumerisch und drängend, jede Nuance der Phrasierung aufnehmend, und vor allem die Anmutigkeit dieser Stücke offenbarend, machten sie bezaubernden Kleinode daraus. Im brillanten Grand Duo concertante Es-Dur op.48 von Carl Maria v.Weber zeigten beide Musikerinnen ihre virtuose Strahlkraft . Ungeheure Fingerfertigkeit und eine wahrlich verblüffende Atemtechnik ließen sie in diesem galoppierenden Stück beseelt und entfesselt agieren, alle Register des Klarinettenklangs ziehend, die Vitalität Webers' Opernsprache entfachen, und von düsterer, bedrohlicher Dunkelheit zu leuchtenden Kantilenen fast italienischen Charakters, alles ausleben was diese Musik in seiner Quirligkeit und pulsierenden Freude beinhaltet . Nicht minder lebensfroh tanzte Darius Milhauds „Scaramouche“als Zugabe dieses hervorragenden Konzerts wild durch den Saal. Marcus Vitolo

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