Podium für junge Solisten - Freundeskreis für die Förderung junger Musiker e.V.

Festkonzert zum 25.Jubiläum im Festsaal in Wildbad Kreuth

FESTKONZERT 25.JUBILäUM MIT DT. STREICHERPHILHARMONIE IM FESTSAAL IN WILDBAD KREUTH

Britten, Glasunov, Tschaikowsky

Barocksaal Tegernsee

04.08.2010, 19.30 Uhr

Vorbericht

Zum Festkonzert am 4.8.2010 im Festsaal in Wildbad Kreuth wird die Deutsche Streicherphilharmonie auftreten: Das junge Spitzenensemble der Musikschulen. Musikschulen in ganz Deutschland sind ihre musikalische Heimat: Die 11- bis 19-jährigen Musikerinnen und Musiker der Deutschen Streicherphilharmonie, vielen noch bekannt als Deutsches Musikschulorchester (DMO), gehören zu den Besten ihres Fachs. Bei aller individuellen Virtuosität potenziert sich die Musikbegeisterung der jungen Künstler in der philharmonischen Besetzung durch die gemeinschaftliche Hingabe an die Musik. Alles begann vor mehr als 30 Jahren, als anlässlich der „X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten 1973“ in (damals: Ost-) Berlin ein Festivalorchester gesucht wurde. Es fand sich dafür das zentrale Jugendstreichorchester der Musikschulen der DDR – gegründet auf Initiative des Dirigenten, Begründers des Berliner Rundfunkorchesters und Leiters der Berliner Singakademie Helmut Koch – und blieb keine Eintagsfliege. Das Elite-Ensemble, das der Rundfunk bald mit Produktionen und Sendungen unter dem Namen „Rundfunk-Musikschulorchester“ (RMO) unter seine Fittiche nahm, eroberte sich mit Erfolg deutsche und internationale Konzertbühnen. So war das Streichorchester mehrfach zu Gast bei den Händelfestspielen in Halle, beim Internationalen Bachfest in Leipzig, bei den Dresdner Musikfestspielen, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, bei Young Euro Classic, im Konzerthaushaus Berlin, im Gewandhaus zu Leipzig, in der Alten Oper Frankfurt, in der Kölner Philharmonie, in der Essener Philharmonie und in den Konzertsälen zahlreicher anderer Städte in Deutschland. Nachhaltigen Eindruck hinterließ das Orchester auch im Ausland bei Tourneen nach Polen, Russland, Frankreich, Spanien, Finnland, Norwegen, China und Malaysia. Für 2010 ist eine Tournee nach Montenegro vorgesehen. Am Pult folgten dem 1975 verstorbenen Helmut Koch zunächst Herbert Kegel (1974), dann Wolf-Dieter Hauschild (1976) und Winfried Müller als profilierte Orchesterleiter. Im Jahre 1984 konnte – im Wechsel mit Max Pommer (1986/87) – der Chefdirigent der Dresdner Philharmonie, Jörg-Peter Weigle, als ständiger Dirigent gewonnen werden. Er prägte bis 1995 die künstlerische Entwicklung des Orchesters. Von 1995 bis 2002 war Hanns-Martin Schneidt künstlerischer Leiter des Ensembles. Er reichte den Stab 2003 an Michael Sanderling weiter, der bereits im Jahr zuvor als Solist der Spanien-Tournee hervorgetreten und kurzfristig als Dirigent eingesprungen war. Von Beginn an begleiten Mitglieder des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB) - Patenorchester der Deutschen Streicherphilharmonie - als Dozenten für die einzelnen Stimmgruppen die musikalische Arbeit des Orchesters. Dies sind seit vielen Jahren Bodo Przesdzing (1. Violine), Prof. Ditte Leser und Claudia Beyer (Viola), Volkmar Weiche (Violoncello), Karin Kynast (2. Violine) sowie Frank Thierbach und Axel Buschmann (Kontrabass). Dieser segensreichen Kontinuität ist u.a. der charakteristische, überaus homogene Streicherklang des Ensembles zu verdanken. Auch nachdem der Verband deutscher Musikschulen das sich nunmehr bundesweit rekrutierende Orchester 1991 mit Unterstützung der Bundesregierung in seine Trägerschaft übernommen hat, ist die Deutsche Streicherphilharmonie Ort intensiver musikalischer Jugendbildung und Wiege engagierten und qualifizierten Berufsmusiker-Nachwuchses für Spitzenorchester und Solistenkarrieren geblieben. Viele ehemalige Mitglieder spielen heute in namhaften Orchestern, z.B. bei den Wiener Philharmonikern (Konzertmeister), den Münchner Philharmonikern, den Bamberger Symphonikern, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, der Deutschen Oper Berlin, der Staatsoper „Unter den Linden“ Berlin, der Komischen Oper Berlin, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Sonderjyllands Symfoniorkester in Sonderborg/Dänemark, dem Orchester des Opernhauses Halle, dem Staatstheater Cottbus, dem Bruckner-Orchester Linz und der Metropolitan Opera New York, um nur einige zu nennen. Auf dem Programm stehen die großen Werke der Streichorchesterliteratur aus allen musikalischen Epochen ebenso wie Raritäten, zu Unrecht vergessene Kabinettstückchen und Zeitgenössisches. In Kooperation mit Deutschlandradio Kultur sind neben Rundfunksendungen und Konzertmitschnitten bereits 10 CDs entstanden. Die Deutsche Streicherphilharmonie ist Träger des Sonderpreises 1998 zum Deutschen Kinderkulturpreis und wird gefördert durch das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend.

Nachbericht

In den Festsaal in Wildbad Kreuth hatte der "Freundeskreis für die Förderung junger Musiker" e.V. zu seinem Festkonzert zum 25jährigen Jubiläum eingeladen. Zu diesem feierlichen Anlass war der Saal voll besetzt und das Publikum erwartungsvoll gespannt. Der Vorsitzende des Vereins, Herr Claus Cnyrim, sprach in seiner Eröffnungsrede das immerwährende Ziel der Förderung junger Musiker an, eine Aufgabe die er und seine musikbesessene Mitstreiter, vor allem Frau Ilse Zilcher, weiterhin mit großer Freude beharrlich verfolgen werden, und bedankte sich bei seinen Vorgängern im Amt, besonders bei Frau Herta Kemper-Vorderreuther. Die zum Festkonzert auserwählte musikalische Formation war die Deutsche Streicherphilharmonie, Träger des Sonderpreises 1998 zum Dt. Kinderkulturpreis und gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Frauen und Senioren. 50 bis 60 11-bis 19jährige Musikerinnen und Musiker aus Musikschulen in ganz Deutschland, unter der Leitung ihres Dirigenten, Prof. Michael Sanderling, gaben sich nun ganz der Musik hin und feierten einen großen Triumph. Schon mit Benjamin Brittens "Simple Symphony" spürte man welche Lebensfreude und Spiellust, welch Brio die vier Sätze dieses direkten, von natürlicher Melodieführung und dramatischen Spürsinn geprägte Werk, erfüllte. Feierlich und ausgelassen zugleich gestalteten sie die Boisteruos ( wild ) Bourrée, das Playful pizzicato voller Elan, seine gezupften Girlanden mal auftrumpfend, mal sachte geflüstert; sehnsuchtsvoll drängend die Sentimental Sarabande und imposant und feurig das Frolicsome ( übermütig ) Finale. Auf Anregung des deutsch-schwedischen Saxophonisten Sigurd Rascher entstand 1934 Alexander Glasunows Konzert für Altsaxophon und Streicher Es-Dur, voller sinfonischem, thematisch dichtem und jazzgefärbtem Orchesterklang. Als Solistin berauschte die formidable, erst 19jährige, Asya Fatejewa, welche mit hochvirtuosem Können die quirligsten Passagen bewältigte. Ihrem Auftritt entsprang Anmut und Lebendigkeit, die Beherrschung ihres Instrumentes übertrug helle Begeisterung. Sie belohnte das Publikum mit einer aufsehenerregenden Zugabe, die Caprice von Eugene Bozza ( 1905-1991 ), ein brillantes, hummelflugartiges Stück von explosiver Dynamik. Maestro Sanderling und seine Streicherphilharmonie widmeten sich nun der Fassung für Streichorchester des Sextett d-Moll op.70 von Peter Tschaikowsky, "Souvenir de Florence". Hingebungsvoll und emphatisch, dahinstürmend und als ein von Musik pulsierendes Kraftfeld nahmen sie das Allegro con spirito, gefühlvoll schwärmerisch das Adagio cantabile e con moto, mit anrührenden Violine- und Cello Soli, facettenreich gestaltet das Allegretto moderato und fulminant energisch das Allegro finale. Begeisterungsstürme und minutenlange standing ovations belohnten die jungen Musiker und ihren engagierten Dirigenten. Michael Sanderling hatte noch spezielle Danksagungen in petto , so an Frau Clarita König aus Rottach-Egern, die ihn seit seiner Zeit als Cellist immer unterstützt und beherbergt hatte, und bedauerte sogleich den Abgang aus Altersgründen einiger Musiker aus dem Orchester ( Förderalter bis 19 Jahre), und kündigte das Nachrücken jüngerer Eleven an . Unter diesem Eindruck des Auseinandergehens waren manchen nun den Tränen nahe, und spielten sichtlich gerührt, mit doppelter Hingabe Rachmaninoffs sehnsuchtsvolle, betörende "Vocalise" als ein klingendes Adieu. Marcus Vitolo

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